Gassi im Dunkeln: So kommen Hund und Mensch sicher durch Herbst und Winter

Gassi im Dunkeln: So kommen Hund und Mensch sicher durch Herbst und Winter

SO, 25. OKTOBER
3 → 2 Uhr
Uhren zurückstellen
Ab jetzt wird die Feierabendrunde zur Nachtrunde.
Dein Hund sieht in der Dämmerung besser als du. Autofahrer, Radfahrer und Jogger sehen euch dagegen oft erst im letzten Moment.

Wenn am 25. Oktober die Uhren zurückgestellt werden, ist die Feierabendrunde plötzlich eine Nachtrunde. Für deinen Hund ist das kein großes Problem. Für alle anderen da draußen schon. Hier erfährst du, worauf es beim Gassigehen im Dunkeln wirklich ankommt, welche Ausrüstung sich lohnt und wie die Abendrunde trotzdem Spaß macht.

Warum die dunkle Jahreszeit beim Gassigehen heikel ist

Du wirst später gesehen, als du denkst

Mit dunkler Kleidung erkennt dich ein Autofahrer im Abblendlicht erst auf rund 25 Meter. Mit reflektierendem Material sind es rund 140 Meter, also mehr als fünfmal so weit.

Ab wann sieht dich ein Autofahrer?
Erkennbarkeit eines Fußgängers bei Dunkelheit und Abblendlicht
Dunkle Kleidung
25 m
Helle Kleidung
40 m
Reflektoren
140 m
Zum Vergleich: Bei Tempo 50 liegt der Anhalteweg schon bei rund 28 m. Mit dunkler Jacke wird es also schnell eng.
Quelle: Polizei NRW, "Sicherheit durch Sichtbarkeit"

Dämmerung ist Wildzeit

Viele Wildtiere sind in der Morgen- und Abenddämmerung unterwegs und suchen Futter, besonders an Wiesen, Feldern und Waldrändern. Durch die Zeitumstellung fällt der Feierabend genau in diese Zeit. Zwischen Oktober und Dezember kommt es zudem besonders häufig zu Wildunfällen mit Rehen. Auch auf deiner Hunderunde ist jetzt mehr Wild in Bewegung, und dein Hund bemerkt es oft lange vor dir.

Dein Hund sieht mehr als du

Hunde sind ursprünglich dämmerungsaktive Jäger. Dass dein Hund im Dunkeln plötzlich anzieht, obwohl du nichts siehst, hat also meistens einen Grund:

Viele StäbchenLichtsinneszellen in der Netzhaut, die Hell-Dunkel-Unterschiede wahrnehmen.
Tapetum lucidumEine reflektierende Schicht im Auge verstärkt das einfallende Licht.
BewegungsprofiBewegungen nehmen Hunde schneller wahr als wir, zum Beispiel ein Reh am Waldrand.

Gesehen werden: die richtige Ausrüstung

Für deinen Hund

Leuchthalsband mit LEDBatterie oder USB-Akku. Leuchtet selbst, auch wenn kein Scheinwerfer darauf fällt.
Geschirr oder WarnwesteReflektierend, mit mehr Fläche als ein Halsband allein.
Reflektierendes HalstuchPraktisch für langhaarige Hunde, bei denen das Halsband im Fell verschwindet.
Leine mit ReflektormaterialEine dunkle Leine ist für Radfahrer eine echte Stolperfalle.
Hundemarke und ChipFalls sich dein Hund erschreckt und losläuft, ist er schnell wieder zuzuordnen.

Für dich

Helle Kleidung + ReflektorenOder einfach eine Warnweste über die Jacke ziehen.
Stirn- oder TaschenlampeZeigt Unebenheiten, Pfützen und alles, was dein Hund gern aufsammeln würde. Die Stirnlampe lässt dir beide Hände frei.
Kleiner Tipp: Leg Leuchthalsband und Lampe direkt neben die Leine an die Garderobe und lade die Akkus regelmäßig. Ein leeres Leuchthalsband bringt nichts.

Unterwegs: So läuft die Abendrunde sicher

1
Leine statt Freilauf
Bei Dunkelheit sollte dein Hund nicht frei laufen, vor allem an Straßen und Radwegen. Wild, das du nicht siehst, ist für deinen Hund ein starker Reiz.
2
Gehweg nutzen, sonst links gehen
Laut Straßenverkehrsordnung nutzt du den Gehweg. Gibt es weder Gehweg noch Seitenstreifen, gehst du außerhalb von Ortschaften, wenn möglich, am linken Fahrbahnrand, also dem Verkehr entgegen. Dein Hund läuft auf der straßenabgewandten Seite. Bei Dunkelheit geht ihr hintereinander statt nebeneinander.
3
Bekannte Strecken wählen
Neue Wege erkundest du besser am Wochenende bei Tageslicht. Abends sind gut beleuchtete, bekannte Runden die entspanntere Wahl.
4
Leine fest in der Hand
Bei Begegnungen mit Radfahrern oder Joggern die Leine kurz nehmen. Viele sehen deinen Hund erst, wenn sie direkt neben ihm sind.
5
Rückruf auffrischen
Ein sicherer Rückruf ist im Dunkeln Gold wert, falls die Leine doch einmal aus der Hand rutscht. Ein paar Wiederholungen bei Tageslicht lohnen sich jetzt besonders.
Ohne Gehweg außerorts: so geht's richtig
DuHundLinkerFahrbahnrandGegenverkehrFahrtrichtung

Kurze Runde, zufriedener Hund: Nasenarbeit

Wenn die Runden kürzer werden, ist Nasenarbeit eine gute Beschäftigung. Versteck zum Beispiel ein paar Leckerlis unter Laub und lass deinen Hund suchen, oder nimm seinen Lieblingsdummy mit. Das funktioniert auch im Lichtkegel deiner Stirnlampe.

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Gemeinsam statt allein: Abendrunden in der Gruppe

After-Work-Walks im AktivHund Club
Nicht jeder hat Lust, im November allein durch den dunklen Wald zu laufen. Im AktivHund Club geht ihr nach Feierabend gemeinsam raus und bekommt den Kopf frei. Ohne Training und ohne Leistungsdruck, jedes Mensch-Hund-Team ist willkommen. In Bergisch Gladbach und Lennestadt.

Deine Checkliste für die Abendrunde

  • Leuchthalsband geladen und eingeschaltet
  • Reflektierendes Geschirr, Weste oder Halstuch für den Hund
  • Helle Kleidung oder Warnweste für dich
  • Stirn- oder Taschenlampe
  • Reflektierende Leine, kein Freilauf an Straßen
  • Hundemarke am Halsband
  • Leckerlis für Rückruf und Suchspiele, z. B. unsere Trainingswürfel Pferdefleisch
  • Bekannte, beleuchtete Strecke
Tipp: Mach einen Screenshot und häng ihn dir an die Garderobe.

Fazit

Die dunkle Jahreszeit muss die Hunderunde nicht verkürzen. Mit ein bisschen Licht, Reflektoren und einer bekannten Strecke seid ihr sicher unterwegs, und dein Hund genießt die Abendrunde sowieso.

Wer nicht allein losziehen möchte: Beim AktivHund Club kannst du kostenlos beim nächsten Walk mitkommen und die Gruppe unverbindlich kennenlernen.

Quellen: ADAC, "Tipps für den Hundespaziergang im Dunkeln" · Polizei NRW, "Sicherheit durch Sichtbarkeit" · ZDFheute, "Zeitumstellung erhöht die Gefahr von Wildunfällen" · LANUK NRW, Pressemitteilung Wildwechsel (29.10.2024) · zooplus Magazin, "Wie sehen Hunde?" (tierärztlich verifiziert) · Fressnapf Tierratgeber, "Sehen und gesehen werden" · Straßenverkehrsordnung § 25
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